Der 25. Weiterbildungstag - Tagungskurzbericht von H.P. Elsholz

Am 29.11.2014 führte der Berlin/Brandenburgische Landesverband seine diesjährige Fachtagung wieder im „Cedio-Konferenzzentrum Storkower Bogen“ in Berlin-Lichtenberg durch.
Die Ankündigung hervorragender Referenten hat auch diesmal wieder den Veranstaltungssaal gut gefüllt. Die Pausenversorgung kann lobend erwähnt werden.

Weiterbildungstag 2014

Die Veranstaltung wurde durch Herrn Dr. Uwe Noldt, Thünen-Institut für Holzforschung Hamburg, mit dem Thema Holzzerstörende Insekten in Kulturgütern in Nord- und Mitteleuropa“ - Schäden,Maßnahmen und Probleme, eröffnet.
Schwerpunkte des Vortrages waren vor allem vom Referenten untersuchte Objekte in Freilandmuseen, Kirchen und anderen Kulturgütern u.a. in Deutschland, Österreich, Estland, Litauen, Lettland, Finnland, Rumänien und Russland. Hier ist auch in der Regel die Zusammenarbeit mit den jeweilig zuständigen staatlichen und anderen Institutionen hervorzuheben, die von der fachlichen Unterstützung durch die deutschen Experten profitieren, z.T. sogar darauf angewiesen sind.
In den Baltischen Ländern steht ein großer Bedarf an Erfassung und Sanierung an, hier wurden seit vielen Jahren in fehlender Wahrnehmung bzw. Unkenntnis der Schäden oder fehlender Finanzen eine Wust von künftig zu lösenden Aufgaben angesammelt. Zu erwähnen ist auch eine notwendige Kampagne gegen die Unbelehrbarkeit von Verantwortlichkeiten in kleineren ländlichen Segmenten.

Frau Prof. Dr. Silke Lautner, HNE Eberswalde (FH), Fachbereich Holztechnik, Angewandte Biologie des Holzes, hat in sehr anschaulicher Weise die Forschungsaufgaben des vorgenannten Bereiches mit Grafiken und Fotos untersetzt und weiterhin die Studienrichtungen an der FH erläutert. Die Darstellung der wissenschaftlichen Arbeit an der HNEE wurde in Kurzform im Referat über „Holzbildung unter abiotischem Stress“ vorgetragen, das sich mit dem Einfluss von vielfältigen Umweltfaktoren auf das Wachstum von Bäumen befasst.
Hierzu gehören u.a. Nährstoffmangel, Trockenstress, Temperaturschwankungen oder Salzstress mit unterschiedlichen Auswirkungen auf Laub- oder Nadelholz.

Über die Zulassung von Holzschutzmitteln unter der Biozid-Verordnungreferierte Frau Dr. Susanne Schmitt, BAuA Dortmund.
Der Vortrag beinhaltete in grafischen Übersichten folgende Schwerpunkte:
Biozide-Überblick, Biozid-Produktfamilie, Genehmigte Wirkstoffe, Wirkstoffe in der Bewertung, Zulassungsverfahren und -voraussetzungen.

Können sich holzzerstörende Organismen nach einer Wasserbelastung (Hochwasser) entwickeln?“
war das Referat von Herr Dipl.-Ing. Eckehard Flohr, Dessau, betitelt.
Einleitend wurde eine Übersicht über Faktoren der Organismenentwicklung (Wachstumsbedingungen, Feuchtigkeitsansprüche) unter Hinweis auf DIN 68800 Teil 1, 4.2.2, Absatz 1, gegeben.
Von den 3 dargestellten, mit sehr guten Fotos untersetzten, Schadensbeispielen ist besonders Beispiel 1 hervorzuheben. Hier wird eindeutig bewiesen, dass eine sehr sorgfältige Vorbereitung der Gebäudeuntersuchung durch Kenntnis der Hochwasserbedingungen (Belastungs- und Standzeiten) in Verbindung mit den Wachstumsrichtungen z.B. der Pilze, zu einer wesentlichen Einschränkung möglicher Sanierungsmaßnahmen führen kann.
Es sind jedoch an den Beispielen 2 und 3 schwere biotische Schäden festgestellt worden, deren teilweise Unterschätzung zu einem erheblichen Untersuchungs- und Sanierungsaufwand geführt haben.

Herr Dipl.-Ing. Matthias Ruhnke, Bergen auf Rügen (neuer Geschäftsführer des HFN), hat mit seinem hoch interessanten Vortrag „Sanierung eines historischen Blockbohlenhauses“, ein bauliches Kleinod aus dem Jahre 1890 vorgestellt, das als vorgefertigter Holzständerbau mit teilweisen massiven Innenwänden in seinem aktuellen Zustand, unter Beachtung von denkmalpflegerischen Zielstellungen, zu untersuchen war.
Die akribische Darstellung der einzelnen Arbeitsschritte, von der Untersuchung bis zur Sanierung, incl. der sehr guten Fotos, kann als beispielhaft erwähnt werden und belegt den großen Arbeitsaufwand von allen beteiligten Partnern. Der Vortrag fand großen Anklang bei den Tagungsteilnehmern.

Interessenten können das Tagungsmaterial gegen eine Schutzgebühr von 25,00 € zuzüglich Porto in
der Geschäftsstelle des Verbandes unter 030 – 9253444 anfordern.

Tagungskurzbericht von H.P. Elsholz

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